Zukunft der Kinder


Was der Staat für Kinder und Familien zahlt?

28.02.08

Nur wenige wissen, auf welche Leistungen sie als Eltern einen Anspruch haben. Die zwölf wichtigsten Fördermöglichkeiten und ihre Eigenschaften auf einen Blick.

Alleinerziehende: Für Alleinerziehende besteht Anspruch auf volle 14 Monate Elterngeld sowie auf Unterhaltsvorschuss. Für Kinder unter sechs Jahren werden 109 Euro in den neuen und 125 Euro in den alten Bundesländern gezahlt. Für Sechs- bis Zwölfjährige sind es 149 Euro in den neuen und 168 Euro in den alten Ländern. Wenn Alleinerziehende Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfe beziehen, besteht ein Mehrbedarf, abhängig von Anzahl und Alter der Kinder.

BAföG: Junge Menschen, die während des Studiums Eltern werden, haben Anspruch auf Zahlung von BaföG als Zuschuss bis zum 8. Semester über die Förderungshöchstdauer hinaus.

Behinderte Kinder: Für behinderte Kinder wird das Kindergeld auch nach dem 25. Lebensjahr weitergezahlt. Ein sogenannter „Behinderten-Pauschbetrag“ (abhängig vom Grad der Behinderung) kann bei der Einkommensteuer geltend gemacht werden.

Elterngeld: Für Kinder, die nach dem 1.1.2007 geboren sind, bekommen Eltern 12 Monate lang Elterngeld. Es beträgt 67 Prozent des nach der Geburt wegfallenden Einkommens bis maximal 1800 Euro. Nicht erwerbstätige Eltern erhalten mindestens 300 Euro. Für Geringverdiener, Mehrkindfamilien und Familien mit Mehrlingen wird es erhöht. Wenn beide Elternteile eine Auszeit vom Beruf in Anspruch nehmen, um das Kind zu betreuen, wird das Elterngeld zwei Monate länger gezahlt. Für Kinder, die vor dem Stichtag zur Welt kamen, gilt die alte Regelung des Erziehungsgeldes.

Kinderbetreuung: Im Bedarfsfall übernimmt das Jugendamt die Kosten für Kinderbetreuung vollständig oder teilweise.

Kinderfreibeträge: Möglich sind Kinderfreibeträge von 3648 Euro im Jahr zur „Sicherung des sächlichen Existenzminimums“ sowie von 2160 Euro im Jahr für Betreuungs-, Ausbildungs- oder Erziehungsbedarf.

Kindergeld / Kinderzuschlag: Künftig wird Kindergeld einheitlich längstens bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres statt wie bisher bis zur Vollendung des 27. Lebensjahrs gezahlt. Zugleich wird der so genannte Kinderzuschlag unbefristet gezahlt und soll nicht mehr wie bisher nach einer Bezugsdauer von 36 Monaten entfallen. Der Zuschlag in Höhe von bis zu 140 Euro wird an Eltern mit geringem Einkommen ausgezahlt, die in ihrem Haushalt unverheiratete Kinder unter 25 Jahre versorgen und zwar ihren eigenen Lebensunterhalt sicherstellen können, aber ohne Kinderzuschlag Hartz IV beantragen müssten.

Regelleistungen: Arbeitslose oder Sozialhilfeempfänger erhalten für Kinder unter 14 Jahren zusätzlich eine Summe in der Höhe von 60 Prozent der ALG-Regelleistungen, für Kinder über 14 Jahren in der Höhe von 80 Prozent. Möglich sind außerdem finanzielle Hilfen für Klassenfahrten von Kindern sowie für die Erstausstattung für Kleidung und Wohnung, auch bei Schwangerschaft und Geburt.

Steuern: Ausgaben wie Betreuungskosten oder 30 Prozent des Schulgelds können steuerlich geltend gemacht werden.

Versicherung: Bei der gesetzlichen Kranken- und der sozialen Pflegeversicherung können Kinder beitragsfrei mitversichert werden.

Wohngeld: Familien mit geringem Einkommen können Wohngeld beantragen. Möglich ist ein Mietzuschuss, für Wohnungs- oder Hausbesitzer ein Lastenzuschuss. Je mehr Kinder eine Familie hat, desto höher fallen die Zuschüsse aus.